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Sonntag, 21. November 2010

Himbeeren und anderes aus der Pflanzenwelt

Oben ein Foto unserer Bucht mit Regenwolken. Die heiße Jahreszeit beginnt gerade gleichzeitig mit der Reganphase. Das bedeutet wieder Hochbetrieb für Klimaanlagen. Während draußen die Sonne scheint, sitze ich eingesperrt im Wohnzimmer. Alle Fenster und Türen sind geschlossen, meine Füsse kalt von der eisig-miefigen Frischluft aus der Klimaanlage über meinem Kopf. Trotz Hängematte und bequemem Sofa auf dem Balkon ist nicht daran zu denken, freiwillig das klimatisierte Universum zu verlassen, denn Hitze gepaart mit Feuchtigkeit vom Regen ist keine angenehme Kombination.

Die Hitze bringt Appetit auf frisches Obst, das leider nicht statt sondern zusätzlich zu diversen Schokoriegeln vertilgt wird. Neben Mangos, Orangen, Ananas und Bananen kann man hier auch seltsame Beeren kaufen. Auf den ersten Blick sehen sie Himbeeren zum Verwechseln ähnlich. Wer jedoch den süßen Geschmack der Himbeere erwartet wird enttäuscht sein. Diese Beeren schmecken säuerlich. Bisher konnte mir noch keiner sagen, wie sie heißen.
Und auch sonst blüht momentan so einiges. Zum Beispiel der Baobab Baum vor meinem Fenster. Erst kamen die riesigen weißen Blüten, danach die Blätter:
Sehr schön auch die knallroten Blüten der Flammenbäume:
Mein Lieblingsbaum ist jedoch der Frangipani-Baum. Er blüht das ganze Jahr und die Blüten duften betörend schön. Versuche gerade meinen eigenen kleinen Baum auf dem Balkon zu züchten.

Sonntag, 14. November 2010

Verregneter Sonntag

Die ersten Anzeichen der "kleinen" Regenzeit flogen vorgestern in Form zweier riesiger Kakerlaken in mein Schlafzimmer. Eine leere Bug-Kill Dose später lagen sie bewegungslos auf dem Rücken und mein Körper versuchte mit Hustenanfällen das eingeatmete Gift wieder loszuwerden. Heute dann der Regen. Es regnet und donnert und regnet mehr. Der Donner löst immer wieder unseren Autoalarm aus, der Regen befreit allerlei Gerüche und der Wind weht sie durch unsere Wohnung. Der größte Vorteil dieses nassen Sonntags ist, dass die Luft sich ein wenig abgekühlt hat. Ich kann wieder klar atmen, die Hitze lähmt nicht mehr so.

Zur Zeit bin ich mit jeder Menge Reiseplanungen beschäftigt. Zum einen mein eigener Weihnachtsurlaub in Berlin, zum anderen hat sich im Februar ein Familienbesuch angekündigt. 3-4 Wochen wollen sie bleiben. Das erfordert ein gut geplantes Programm. Ich freue mich schon sehr, ihnen alles hier zeigen zu können.
Dann wäre da noch eine weitere Reise, die erst im nächsten Oktober stattfinden wird: Singapur, Bali und Borneo. Essen und shoppen in Singapur, Baden und Entspannen auf Bali und Orang Utans schauen auf Borneo. Momentan macht mir nichts mehr Spass, als diese Reise zu planen. Am liebsten würde ich morgen schon aufbrechen. Schrecklich, wenn man im Reisefieber ist, jedoch nicht vom Fleck kommt.
Eigentlich mache ich momentan fast nichts außer planen. Mein Job besteht aus Plänen, meine Freizeit aus Hochzeits und Reiseplänen. Wo ist das hier und jetzt?

Sonntag, 16. Mai 2010

Die Schöne Seite der Regenzeit


Wenn es aufhört zu regnen, wird man belohnt. Ein perfekter Regenbogen, wie ich ihn zuvor noch nicht gesehen hatte, direkt vor meinem Haus am frühen noch grauen Morgen.

Samstag, 10. April 2010

Ostern in Pangani


Tja, was soll ich sagen, die Usambara Berge habe ich leider nur von weitem gesehen. Um die erste Unterkunft, das Beach Crab Resort, zu erreichen ging es mehr als 3 Stunden über eine Sand-Schlamm Piste. Das ganze nachdem 4 Stunden Asphalt hinter uns lagen. Zuerst gemächliches Fahren. Dann ein Zwischenstopp an einem scheinbar verlassenen Dorf. Während wir unsere Custard Apple aßen, tauchte wie aus dem Nichts eine Gruppe Dorfbewohner hinter uns auf. Lautlos standen sie da, schauten uns an und überlegten, ob sie näher kommen sollen. Und sie kamen näher. Schrittweise, langsam. Nachdem ich mich winkend verabschiedete und bereits im Auto saß, stand der Dorfälteste direkt neben meiner Autotür und schaute mich an. Es wäre nicht so unheimlich gewesen, wenn sie wenigstens ein Wort gesagt hätten.

Danach fing der gefürchtete Regen an, wir schlitterten von Graben zu Graben an einem im Schlamm stecken gebliebenen Bus vorbei und kamen mit flauem Magengefühl und einem total schlammverkrusteten Auto im Resort an. Das Beach Crab ist an einem genialen Strand gelegen (siehe neue Fotos im Album rechts). Das Wetter war nur halbwegs genial. In der Hütte alles klamm wegen des Regens, der Himmel fast immer grau.



Bei strömendem Regen verließen wir den Ort um eine Stadtbesichtigung inklusive Flussfahrt in Pangani zu machen. Um nach Pangani zu gelangen, muss man ein Flussdelta mit einer Fähre überqueren. An der Fähre angekommen, sagte man uns, sie sei kaputt. Darauf folgte mindestens eine Stunde Gespräche mit diversen Panganiern. Die Aussagen waren folgende:


„Die Fähre ist heute außer Betrieb, versucht es morgen nochmal.“


„Die Fähre wird gerade repariert, sie fährt um 12:30 wieder oder vielleicht um 14:30.“


„Die Fähre fährt erst wieder bei Flut vielleicht um 18 Uhr“


„Die Fähre fährt am Nachmittag wieder, falls die Reparatur erfolgreich verläuft…“


Was macht man als vorsichtiger Europäer in solch einem Fall? Entweder man dreht um und verbringt die nächste Nacht wieder im klammen Resort oder man versucht den Fluss zu umfahren (Ha Ha) und begibt sich hierzu auf die magenzerstörende Schlammstrecke über die man an diesen Punkt gelangt ist. Oder man wartet bis zu den diversen angegebenen Uhrzeiten, nur um dann festzustellen, dass die Fähre gar nicht fährt und eine unbequeme Nacht im Auto zu verbringen.
Da keine dieser möglichkeiten besonders atraktiv schien, beschlossen wir, erst mal mit einem kleinen Holzboot (auf dem sich bereits ein Motorrad befand) auf die andere Seite zu fahren und mit dem Kapitän der Fähre zu sprechen. Dieser versicherte uns, dass die Fähre am selben Tag fahren würde. Also ließen wir das Auto auf der anderen Seite und traten erstmal den Stadtrundgang an.


Der Stadtführer, Mr. Hothot, war ein vielbeschäftigter Mann. Ständig blieben wir stehen, damit er telefonieren konnte. Die Ausführungen zur Stadtgeschichte vielen dementsprechend kurz aus. Mit Sonnenbrand, Durst und jeder Menge Fotos von verfallenen Häusern fielen wir am Ende erschöpft in die Plastikstühle eines Wali-Place. Ich glaube, ich habe noch nie so schnell eine Flasche Cola ausgetrunken.


Am Nachmittag ging die Fähre tatsächlich wieder. Wir brachten das Auto auf die „richtige“ Seite und begaben uns auf eine Flußfahrt. Wunderschöne Mangroven und Vögel waren zu sehen. Ein Zwischenstopp zur Stärkung mit Kokoswasser wurde eingelegt. Alles schön. Ich beschloss noch ein paar extra Fotos von Holzbooten zu machen und schwenkte seitlich aus unserer im Gänsemarsch laufenden Truppe aus. Die Fotos sind nie gemacht worden, denn ich blieb dummerweise im Schlamm stecken. Meine Füße waren wie einbetoniert. Die Fischer brachen in Gelächter aus. Das wiederum alarmierte unsere Bootsleute. Ich ruderte noch ein wenig mit den Armen, um ihnen klarzumachen, dass ich nicht scherze. Einer half mir dann endlich aus dem Schlamm. Ich musste meine Füße im Fluss waschen, seitdem geht mir das Wort Bilharziose nicht mehr aus dem Kopf.


Die funktionierende Dusche im nächsten Hotel in Tanga war eine wahre Erlösung. Tanga habe ich in sehr guter Erinnerung, gerade wegen dieses Hotels. Am nächsten Morgen brachen wir auf mit dem Vorhaben eventuell bis nach Lushoto in den Bergen zu fahren. Der Reiseführer war anderer Meinung. Darin stand, dass die Strecke von 90 Kilometern etwa 3,5-4 Stunden in Anspruch nimmt. Wir fuhren nach Hause.

Donnerstag, 1. April 2010

Vor dem Regen ist nach dem Regen

Die Regenzeit hat nun definitiv begonnen. Ganze Tage lang regnet es und die Luft zum Atmen kehrt während dieser kostbaren Stunden wieder. Man kann endlich alle Räume der Wohnung nutzen, nicht nur die klimatisierten. Sobald sich die Sonne hinter den Wolken hervortraut, ist es genauso heiss wie zuvor. Alle Abkühlung ist sofort wieder verschwunden.
 Jeden Tag hoffe ich auf Regen , das Osterwochenende ist aber davon ausgenommen. Morgen früh um halb sechs geht es nämlich nach Lushoto und Pangani. Obwohl die beiden Orte nur ca. 300 km von Dar es Salaam entfernt sind, werden wir 6,5 Stunden unterwegs sein. Vorausgesetzt es regnet nicht. Sollte es regnen, verwandeln sich die Sandpisten in eine Schlammhölle, die ggf. zur Umkehr zwingt. Besser noch etwas mehr Proviant einpacken, falls unser Auto in einer Pfütze versinkt und nur nach einer stundenlangen Rettungsaktion befreit werden kann. 

Lushoto liegt in der Region Tanga in der Nähe der Usambara-Berge. Dort gibt es nicht nur die berühmten Veilchen, sondern auch die Möglichkeit Trekking in kühler Umgebung zu betreiben. Ich freue mich mich schon sehr aufs ankommen. Werde sicherheitshalber einen Plastikumhang mitnehmen, der mir noch kurz vor der Abreise nach Tansania geschenkt wurde.

Samstag, 9. Januar 2010

El Nino oder doch Masika

Seit das neue Jahr angefangen hat regnet es. Und regnet und regnet und regnet. Das Meer ist grau statt wie nomalerweise Azurblau, der Himmel ist auch grau. Eine angenehme Brise weht, deshalb lasse ich heute alle Fenster und Türen auf, die Klimaanlage bleibt aus. Fast genau vor einem Jahr bin ich in Tansania angekommen und habe hier die größte Hitze vorgefunden. Sonne ohne Ende, kein Regen. Die hiesigen Meteorologen sagen, dass der Regen nicht durch El Nino verursacht wird sondern ein ganz normaler Regen innerhalb der Regenzeit ist. Den Menschen deren Häuser zerstört wurden und die Angehörige verloren haben, wie das in den Gegenden um Morogoro und Kilimanjaro der Fall ist, wird das herzlich egal sein. 


Der starke Regen beeindruckt mich vielleicht aus dem einfachen Grund, dass das eine Jahr in dem ich bisher hier gelebt habe ein sehr trockenes war, mit weitaus weniger Regen als erwartet. Aber das wirkte sich auch katastrophal aus, insbesondere auf die Landwirtschaft. Ich hoffe nun, dass dieser alles andere als trockene  Jahresbeginn ein gutes Zeichen ist und sich noch positiv auswirken wird. Solange genieße ich die sonnenfreie kühle Brise und den neuen Bewegungsraum den sie mit sich bringt.

Mittwoch, 15. April 2009

Tansanischer Regen



Erst denkt man Tagelang, die Regenzeit wäre nur ein Mythos, nicht mehr als ein Gerücht, konstruiert um die Touristen wenigstens für ein paar Wochen fernzuhalten oder um die Hoffnung auf kühlere Zeiten aufrecht zu erhalten. Dann, eines schönen Tages, zieht man seine besten schwarzen Riemchensandalen an, packt den wackeligen Mango-Regenschirm ein (S.K., warum hast du mich nicht davon abgehalten das Ding zu kaufen?! Reiner Schrott für 12,95 Euro) und entschließt sich heute mal keine Wasserfeste Wimperntusche aufzutragen, sondern die „normale“ und wird prompt von einem Regen biblischen Ausmaßes überrascht. Nein, es gibt keine Gullys hier, in die das Wasser abfließen kann. Und nein, meine Schuhe haben nicht überlebt. Die Straßen wurden zu Seen und Flüssen, die Grundstücke zu Schwimmbecken. Hausbesitzer verzweifelten, Shopbesitzer resignierten, Autos blieben stecken oder versanken zur Hälfte im Wasser. Nur wenige Stunden später keine Spur mehr vom großen Regen. Einige Pfützen vielleicht. Was blieb, war der Stau.
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