Sonntag, 20. Juni 2010

Abendliche Kreuzfahrt auf dem Indischen Ozean


Mit großer Vorfreude gingen wir an Bord des wunderschönen Segelschiffes. Die tansanische Telekommunikationsfirma Zantel lud zu einer "Sunset Cruise" ein. Mit DJ, Seafood-Buffet und abendlichem Schwimmen im Ozean. Geschwommen sind nur die ganz Mutigen, die sich getraut haben vom Schiff ins Wasser zu springen. Ins halbdunkle Wasser. Die Höhe entsprach etwa einem Zehn-Meter-Brett.

Den übrigen Teilnehmern blieb nichts anderes übrig, als die geniale Atmosphäre an Bord zu genießen und sich ein wenig wie einer der Darsteller in einer bestimmten Bierwerbung zu fühlen. Ich muss unbedingt nochmal segeln gehen. Oder erst mal segeln lernen.

Kleine Friedhofslöwen


Manchmal lohnt es sich ganz früh aufzustehen. Auch am Sonntag. Es bot sich dieser seltsame Anblick. Eine Katzenfamilie hatte es sich in einem der Graeber vor unserem Haus gemuetlich gemacht. Neues Leben und Tod waren auf diese kuriose weise kurz vereint.

Tetanusgefahr: Rostiger Nagel im Fuß


Das Vermessen einer alten Lagerhalle kann ein sehr gefährlicher Job sein, wie ich kürzlich erfahren musste. Früh morgens fuhren Kollege N. und ich, bewaffnet mit einer Thermoskanne Tee und antiken Messgeräten hinaus zur Lagerhalle. Kollege N., bereits geschwächt von Malaria aber nach eigener Aussage trotzdem arbeitsfähig, lehnte sich kraftlos gegen das alte Gemäuer und schloss kurz die Augen. Ich sah mich gezwungen, einige Warnhinweise an den Mann zu bringen: Bitte vorsichtig bewegen, genau hinschauen wo du hintrittst. Es liegen so einige rostige Nägel hier herum, Tritt bloß nicht rein!



Vielleicht hätte ich mir selber mal zuhören sollen. Vielleicht hätte ich statt Flip Flops Sicherheitsschuhe anziehen sollen. Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht rückwärts zu laufen…


Zu Spät. Ein kleiner Schritt nach hinten und schon steckte dieser schöne Nagel tief in meinem Fuss. Locker durchdrang er die weiche Sohle der Flip Flops, verlor dabei leider kein bisschen von seinem Rost. Wer jetzt denkt, dass das wehgetan haben muss, liegt falsch. Der Fuss ist ein flexibles Gebilde, sagte die Ärztin später. Es tat also nicht weh, blutete aber wie verrückt. Ich habe mithilfe des Verbandskastens im Auto die Wunde verbunden und fuhr dann (fast 3 Stunden später) sofort in die Klinik. Dort hat man mir ein Antibiotikum verschrieben und einen Tetanusspritze verabreichen wollen. Letztere habe ich abgelehnt, weil ich sicher war, bereits gegen Tetanus geimpft worden zu sein. Danach entstand etwas Chaos, weil ich beim Verbinden des Fußes ohnmächtig wurde. Abends zu hause angekommen, stellte ich google sei dank fest, dass man 3 Tetanusimpfungen braucht, um einen vollständigen Schutz zu haben. Ich hatte nur eine. Die nächsten drei Tage verbrachte ich in großer Angst. Immer darauf achtend, ob meine Gesichtsmuskeln noch beweglich sind, ob die Arme nicht schon paralysiert sind. Währenddessen verheilte die Wunde entzündungsfrei. Inzwischen nehme ich sie gar nicht mehr wahr. Tetanus bricht normalerweise nach 3 Tagen aus, manchmal nach einer Woche, nach 6 Wochen oder auch nach einigen Monaten. Ich hoffe das Beste.

Sonntag, 16. Mai 2010

Die Schöne Seite der Regenzeit


Wenn es aufhört zu regnen, wird man belohnt. Ein perfekter Regenbogen, wie ich ihn zuvor noch nicht gesehen hatte, direkt vor meinem Haus am frühen noch grauen Morgen.

Dienstag, 11. Mai 2010

Dengue Fieber - Jetzt auch in Dar

Seit gestern kursiert ein Infoschreiben der IST-Clinic, demzufolge bereits 10 Patienten mit Dengue Fieber in Dar es Salaam diagnostiziert wurden.
Sobald es dunkel ist muss man sich bereits vor den Mücken schützen, die Malaria übertragen. Ein tägliches Hantieren mit diversen Sprays und schlafen unter dem Moskitonetz stehen auf dem Plan. Trotz aller Vorkehrungen, habe ich täglich 3 bis 5 Mückenstiche. Dengue-Fieber wird jedoch von tagaktiven Mücken übertragen. Ab jetzt muss das Moskitospray also auch tagsüber mit. Eine Krankheit die auch als Knochenbrecherfieber bezeichnet wird möchte ich mir auf keinen Fall einfangen. Irgendjemand muss mir nur noch erklären, wie man die asiatische Tigermücke, den Überträger, von all den anderen Mücken unterscheidet.

Sonntag, 9. Mai 2010

Paneer selbstgemacht

In Dar es Salaam leben bekanntlich viele Inder oder inzwischen Tansanier indischen Ursprungs, deren Familien vor vielen Generationen hier Fuß gefasst haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass so ziemlich jedes Restaurant unter anderem auch indische Gerichte anbietet. Ich bin ein großer Fan der indischen Küche. Dachte ich zumindest immer. So lange man die bis zur Unkenntlichkeit abgemilderten, mit Unmengen Sahne angereicherten indischen Gerichte gewohnt ist, die Üblicherweise in Deutschland serviert werden gewohnt ist, kann man sich nicht vorstellen, dass die Inder anderswo etwas ganz anderes als ihre Küche ansehen.

Hier in Dar war ich zunächst sehr überrascht und richtig enttäuscht, wie anders die gleichen Gerichte schmecken. Niemals schafft es ein tropfen Sahne in eines der Gerichte, höchstens Kokosmilch. Selbst die milde Variante ist zuweilen höllisch scharf und im allgemeinen viel agressiver gewürzt. Einige Gerichte werden in einer weißen Soße (aus Cashewnüssen) serviert, die ich bisher nicht kannte. Hat man sich erstmal an die Unterschiede gewöhnt, schmeckt es durchaus lecker. Manche der Gerichte ähneln eher einer Paste, als einem Gericht mit Soße, daher ist Brot als Beilage viel besser geeignet als Reis.

Als Beinahe-Vegetarier esse ich sehr viel Paneer. Das ist der Tofuartige Käse, der sich in vielen Curries findet. Neulich hat mir jemand verraten, dass man den ganz einfach selber machen kann. Eigentlich ist es lächerlich einfach. Man kocht Milch bis kurz vor dem Siedepunkt, gibt dann ein wenig Zitronensaft dazu und schon trennen sich die festen Bestandteile von den Flüssigen. Dann muss man das ganze durch ein Sieb gießen und den Klumpen Käse mit etwas beschweren, um weiteres überflüssiges Wasser loszuwerden.

In einem Land, in dem lokale Milchprodukte kaum angeboten werden, versetzt einen dieser einfache Vorgang in grenzenlose Euphorie. Welch simple Zubereitung  und dann auch noch 99 Prozent Erfolgsgarantie! Mein erstes selbstgemachtes Exemplar Urkäse habe ich gleich verwendet um ein indisches Curry, wie ich es aus deutschen Restaurants gewohnt bin zu machen. Es hat aber anders geschmeckt und hatte mindestens 6000 Kalorien (Kokosmilch UND Sahne UND Erdnüsse...)

Sonntag, 2. Mai 2010

Kariakoo Party

Auf dem Dach eines 10 stoeckigen Hochhauses im Bezirk Kariakoo kann man sehr gut feiern. Eine kuehle Brise weht, der Blick kann schweifen. Laute Musik und nette Leute. Auf einmal kam ich mir vor als wuerde ich tatsaechlich in einer Grossstadt leben und nicht in einem riesigen Dorf, das so tut als waere es eine Stadt. Das Dorf hatte ploetzlich eine Skyline.



Kariakoo kannte ich bis dahin nur als quirligen Marktbezirk mit engen Strassen und Unmengen an Mini-Shops und Haendlern. Wie man sieht, schliesst der Markt auch nachts nicht, sondern wird auf die Strasse verlagert.

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