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Sonntag, 20. Juni 2010

Tetanusgefahr: Rostiger Nagel im Fuß


Das Vermessen einer alten Lagerhalle kann ein sehr gefährlicher Job sein, wie ich kürzlich erfahren musste. Früh morgens fuhren Kollege N. und ich, bewaffnet mit einer Thermoskanne Tee und antiken Messgeräten hinaus zur Lagerhalle. Kollege N., bereits geschwächt von Malaria aber nach eigener Aussage trotzdem arbeitsfähig, lehnte sich kraftlos gegen das alte Gemäuer und schloss kurz die Augen. Ich sah mich gezwungen, einige Warnhinweise an den Mann zu bringen: Bitte vorsichtig bewegen, genau hinschauen wo du hintrittst. Es liegen so einige rostige Nägel hier herum, Tritt bloß nicht rein!



Vielleicht hätte ich mir selber mal zuhören sollen. Vielleicht hätte ich statt Flip Flops Sicherheitsschuhe anziehen sollen. Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht rückwärts zu laufen…


Zu Spät. Ein kleiner Schritt nach hinten und schon steckte dieser schöne Nagel tief in meinem Fuss. Locker durchdrang er die weiche Sohle der Flip Flops, verlor dabei leider kein bisschen von seinem Rost. Wer jetzt denkt, dass das wehgetan haben muss, liegt falsch. Der Fuss ist ein flexibles Gebilde, sagte die Ärztin später. Es tat also nicht weh, blutete aber wie verrückt. Ich habe mithilfe des Verbandskastens im Auto die Wunde verbunden und fuhr dann (fast 3 Stunden später) sofort in die Klinik. Dort hat man mir ein Antibiotikum verschrieben und einen Tetanusspritze verabreichen wollen. Letztere habe ich abgelehnt, weil ich sicher war, bereits gegen Tetanus geimpft worden zu sein. Danach entstand etwas Chaos, weil ich beim Verbinden des Fußes ohnmächtig wurde. Abends zu hause angekommen, stellte ich google sei dank fest, dass man 3 Tetanusimpfungen braucht, um einen vollständigen Schutz zu haben. Ich hatte nur eine. Die nächsten drei Tage verbrachte ich in großer Angst. Immer darauf achtend, ob meine Gesichtsmuskeln noch beweglich sind, ob die Arme nicht schon paralysiert sind. Währenddessen verheilte die Wunde entzündungsfrei. Inzwischen nehme ich sie gar nicht mehr wahr. Tetanus bricht normalerweise nach 3 Tagen aus, manchmal nach einer Woche, nach 6 Wochen oder auch nach einigen Monaten. Ich hoffe das Beste.

Montag, 8. Februar 2010

Städtische Brandbekämpfung - ein Einsatzbericht

Montagmorgen. Kalter Vanilletee auf dem Balkon, ein wenig Traumdeutung und große Unlust das Haus zu verlassen. Könnte ewig so sitzenbleiben und mit P. über dies und das plaudern. Der frühe Morgen ist seine liebste Tageszeit. Stets hellwach, noch vor sechs und bester Laune. Ich nicht, normalerweise. Heute ist es anders.

Im Büro angekommen, den PC gerade eingeschaltet, meldet sich auch schon Kollege Y. telefonisch: "Schnell, schnell raus da, das Haus brennt! Beeilt euch und nehmt das mittlere Treppenhaus, auf keinen Fall das linke! Los jetzt!" Wir eilen zur Tür. Während Kollegin S. noch überlegt, ob sie eventuell wertvolle Sekunden mit dem abschließen der Bürotür verschwenden soll, überholt uns alle Kollege R. Eigentlich der behäbigste und unbeweglichste von uns allen. Nun sprintet er an uns vorbei. Draußen angekommen, schauen wir der Rauchwolke beim wachsen zu. Das Bild zum Geruch, der sich bereits in unseren Haaren und der Kleidung festgesetzt hat. Guards rennen sinnlos und aufgeregt hin und her. Der Strom muss abgeschaltet werden aber keiner will zurück ins Gebäude.

Die Feuerwehr rückt an mit einem riesigen  Einsatzwagen aus dem  ganze 2 Männer springen.  Einer  mit einem  Maschinengewehr in der  Hand  und ein  Feuerwehrmann dahinter. Die Gewichtung der des Einsatzes und seiner Prioritäten nun deutlich sichtbar: Zur Hälfte Feuerbekämpfung, zur Hälfte Diebstahlsicherung.

Das  Zweiergespann kann nicht viel ausrichten,  weder wagen sich Diebe in die  Feuersbrunst um ggf. einen verkohlten Drucker zu rauben, noch ist Wasser vorhanden um den Brand zu löschen. Hydrant, Steigleitung? Fehlanzeige. Der Feuerwehrmann rennt ums Haus herum und sucht den Wasseranschluss. Der Sohn des Hausbesitzers erreicht die Feuerstätte und weiss, dass sich an der Hintertür ein Wasseranschluss befindet. Der Feurwehrwagen setzt sich wieder in Bewegung, fährt ums Haus herum. Schläuche werden angeschlossen. Endlich Wasser. Was keiner wusste: die Hintertür ist mit einem Eisengitter und mehreren Schlössern verriegelt. Sollte es sich hier um einen Notausgang handeln, frage ich mich. 

Der Hausbesitzersohn findet die passenden Schlüssel nicht. Die Wasserbewaffnete Feuerwehr kann nicht in Haus. Jemand schlägt vor den Vater anzurufen. "Nein, auf gar keinen Fall! Er kriegt einen Herzinfarkt, wenn er erfährt, dass das Haus brennt!" wehrt der Hausbesitzersohn ab. Das muss man so akzeptieren. Die Feuerwehr hält den Schlauch an eine kleine Öffnung in der Eisengittertür und löscht den Brand mit dieser innovativen Methode von außen. Kurze 1,5 Stunden später sitzen wir alle wieder im Büro.
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